Neustart

Liebe Leserschaft, Sie werden inzwischen bemerkt haben, dass sich hier nicht mehr viel tut. Kurz vor meinem 35. Geburtstag erwischte mich doch tatsächlich so etwas wie eine Lebenskrise. Die letzten Monate waren in vielerlei Hinsicht ungemein anstrengend: zu viele Veränderungen, zu viel Arbeit auf dem Schreibtisch, zu viele Tierrechtsaktionen, zu viel Frustration und Ärger, zu viele neue Menschen, zu viele Verpflichtungen. Ich bin ausgelaugt, die Nerven liegen blank.

Unglücklicherweise lösen sich derartige Probleme meiner Erfahrung nach höchst selten von selbst. Ich sinnierte also eine Woche lang und verabschiedete mich in der mir eigenen radikalen Schlussstrichmanier von einigen kräftezehrenden und unbefriedigenden Dingen. Leider, und es schmerzt mich doch, Ihnen diese Botschaft überbringen zu müssen, bedeutet diese andauernde Neusortierung auch das Ende der Kleinen Dinge und dieses Blogs. Aus lauter Zeitmangel, Abgeschlagenheit und akuter Unlust ist mein kleines, buntes Projekt zu einer Sammlung mehr oder weniger belangloser Fotos geworden, die meinen Ansprüchen viel zu selten genügen. Sicher könnte ich die Publikationsfrequenz etwas verringern, doch das Gefühl einer ständigen Verpflichtung bliebe. Darüber hinaus empfinde ich hier viele Kleinigkeiten inzwischen als störend: das Design, zum Beispiel. Als ich das Blog vor über vier Jahren startete, produzierte ich mit einer Kompaktkamera unscharfe, fehlbelichtete Bilder des zubereiteten Essens, inzwischen fotografiere ich etwas besser und möchte die Aufnahmen gern zeigen. Dazu ist dieses Theme denkbar schlecht geeignet. Den ganzen alten Kram auf ein neues Theme umzuziehen, bedeutete so viel Arbeit, dass ich die Idee sofort wieder verwarf. So recht traurig war ich über diese Erkenntnis nicht, denn die geistigen Ergüsse der ersten Jahre möchte ich gar nie wieder lesen müssen – mit einigen Jahren Übung konsolidiert sich nämlich nicht nur die Knisperei sondern auch der Schreibstil.

Das klingt alles sehr überlegt, nicht wahr? Dann stellen Sie sich bitte folgende Szenerie vor:

Frau Lenk besuchte den von urbanen Mythen umwobenen Spreepark, machte Fotos, ging heim, um tagelang die Aufnahmen zu bearbeiten. Sie wählte Bilder aus, sortierte, verwarf die Auswahl, sortierte neu. Schließlich lud sie die erkorenen Aufnahmen ins Blogsystem und schrieb die Geschichte des Vergnügungsparks nieder. Als die letzte prüfende Betrachtung des Artikels vor der Publikation die sorgfältig angeordneten Fotos trotz allerlei technischer Tricks beharrlich in einer der definierten Optik widersprechenden Galerie präsentierte, brach sie in Tränen aus. Früh um drei also saß sie völlig aufgelöst vorm Rechner, nicht fähig, den mühevoll erstellten Artikel zu veröffentlichen. Die Tränen rannen, gleichzeitig fluchte sie wie ein Kesselflicker und beschloss, an diesem verwünschten Theme nicht ein Problem mehr zu beheben.

Und deshalb folgen Sie mir bitte hierhin: marenlenk.de

Wie es dort weitergehen wird, sehen wir dann. Ich hoffe, Sie bleiben mir gewogen.