Quark, Quark, Quark

Als ich mich entschied, fortan vegan zu leben, sagte ich im Stillen „Goodbye“ zu meinem geliebten Käsekuchen, dabei hatte ich das Rezept erst kurz zuvor perfektioniert: Buttrige Kekskrümel und eine fluffig leichte Creme, die auf der Zunge schmolz und dabei einen Hauch von Zitrone zurückließ. Sie werden verstehen, dass ich ohne dieses Geschmackserlebnis nicht zu existieren fähig war.

Die erste Variante aus veganem Frischkäse, Margarine, Sojamilch und einem Boden aus den letzten glutenfreien Butterkeksen in der Speisekammer war von wabbeliger bis flüssiger Konsistenz und deutlich zu fettig. Im zweiten Versuch warf ich alle Fremdrezepte über den Haufen und veganisierte das Rezept meiner Familie, das ich selbst jahrelang gebacken hatte: Nicht ganz das Gleiche, aber kann sich sehen lassen und schmecken tut’s auch.

Quarktorte mit Mürbeteigboden

(für eine 16er Springform)

Die Quarktorte im Ganzen

Achtung: Gleich dauert’s 24 Stunden, wir basteln uns nämlich Sojaquark.

1 kg Natursojaghurt (einen möglichst neutralen)

umrühren und auf zwei Papierkaffeefiltertüten verteilen, in ein grobmaschiges Sieb stellen, das Sieb in ein großes Gefäß hängen, sodass unterm Sieb ausreichend Platz für die Abtropfflüssigkeit bleibt und im Kühlschrank lagern. Statt Filtertüten ließe sich sicher auch ein sehr engmaschiges Geschirrtuch verwenden.

Ab und an mal nach dem Wohlbefinden des Quarks gucken und Flüssigkeit abgießen. Nach 24 Stunden hatte mein Sojajoghurt fast die Hälfte seines Gewichts verloren.

Für den Mürbeteigboden

125 g glutenfreies Mehl mit
1 sparsamen TL Fiber-Husk,
35 g Zucker und
1 Prise Salz

mischen und mit

60 g kalter Margarine

verkneten. Sollte der Teig zu bröselig geraten, mit Bedacht kaltes Wasser zugeben. Den Teig auf dem Boden einer mit Backpapier ausgelegten Springform platt drücken und einen Rand hochziehen. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen. Für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Ein Stück vom Glück

Bei 180 °C Ober-und Unterhitze etwa fünf Minuten vorbacken. Derweil

2 Ei-Ersatz mit
80 g Zucker,
1 Packung Vanillezucker und
50 g Margarine

schaumig schlagen. Dann

1 TL Backpulver,
1 Packung Puddingpulver (eine halbe tut’s mit Sicherheit auch),
1 EL Zitronensaft,
500 g Sojaquark und
das Mark einer halben Vanilleschote

hinzufügen und gründlich unterrühren. Alles in die Springform füllen und etwa 45 Minuten bei 180 °C backen. Sollte die Oberfläche der Torte vorm Ende der Backzeit zu braun werden, dann mit Alufolie abdecken. Zwischendurch immer mal die Stäbchenprobe machen: Die Quarktorte ist fertig, wenn am Zahnstocher kaum noch Teig hängen bleibt.

Es empfiehlt sich, den Käsekuchen mindestens vier Stunden auskühlen zu lassen, ansonsten läuft er Ihnen beim Anschneiden vermutlich entgegen. Präziser vermag ich die Ruhezeit nicht zu schätzen, da ich das gute Stück gleich für 24 Stunden in die Kälte gejagt habe. Vorm Servieren kurz in der Mikrowelle erwärmen oder konventionell auf Zimmertemperatur bringen und fluffig it is.