Vegan Tryout: Tag 7

Sonntag, Frühstück außer Haus. Ich war mit einem Freund und Kollegen verabredet, um meinem lange vernachlässigten Lieblingsladen im Kiez einen Besuch abzustatten.

Factory Girl!

Wir saßen auf einer Holzbank vorm Laden, tranken Kaffee mit Sojamilch, sinnierten über das Universum und grübelten, wohin uns die Evolution noch bringen würde. Wüchse mit der Intelligenz – so die überhaupt wächst – auch die Empathie? Würden wir uns humanistische Ideale zu eigen machen oder katapultierte sich die Menschheit zurück ins dunkle Zeitalter fundamentaler Religiosität? Ich kam mir vor wie ein filterzigarettenrauchender, französischer Philosoph, der den Lauf der Welt zu Ende denkt.

Irgendwann stand mein Salat auf dem wackeligen Tisch: Eisberg- und Rucolasalat, getrocknete Tomaten, Kidneybohnen, Kichererbsen, Feigen, Walnüsse, Balsamico-Öl-Dressing. Kein typisches Frühstück, aber viel bleibt nicht, wenn die Käseplatte genauso ausfällt wie die Rühreier. Für veganes Magnolia, oder besser: vegane Magnoliacreme mit Früchten, war trotzdem kein Platz mehr im Bauch.

Factory Girl!

Bevor uns die Füße abfroren, wechselten wir ins Café Tasso – einer Kombination aus Buchladen, Kaffeestube und Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen und Theater. Eher bildungsbürgerlich-alternativ, gemütlich eingerichtet, hell und ruhig. Ich mochte den Laden sofort. Aus der bio-zertifizierten Küche kommen auch einige vegane Gerichte, die ich allerdings zugunsten eines „Frühlingssaftes“ (Rote Beete mit Zeug, lecker!) nicht näher in Augenschein genommen habe. Sollte die Sonne irgendwann mal wieder scheinen, wenn ich frei habe, werde ich die Liegestühle inmitten der Bücherberge vorm Café testen.