Vegan Tryout: Tag 6

Wir haben aus zeitplanerischen Gründen Muttertag vorgefeiert, nur die Sache mit den Aufmerksamkeiten lief irgendwie falsch rum: Mami rückte mit frischem Brot, Sekt und Saft an – rotem Traubensaft. Nicht grad der beste Freund der Veganer wie ich unlängst las. Leider hatte ich keine Ahnung, warum. Google erklärte uns, dass bei der Klärung von Säften, also der Entfernung von Schwebeteilchen, häufig Gelatine eingesetzt wird. Gleiches gilt leider auch für Bier, Schnäpse, Wein und somit auch für Sekt. Inzwischen weiß ich, dass neben Gelatine noch andere organische Verbindungen zur Schönung eingesetzt werden: Eiklar, Hausenblase und Kasein. Auf den Etiketten steht das natürlich nicht, da findet sich nur „Roter Traubensaft“ und „Sekt“. Großartig.

Wenigstens müssen ab 1. Juli 2012 Eiklar und Kasein auf Weinetiketten deklariert werden, zur Warnung der Milch- und Ei-Allergiker. Sulfite werden schon seit einigen Jahren entsprechend ausgewiesen, da sie besonders bei Asthmatikern Hustenanfälle und Atemnot provozieren können. Weitere Symptome sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz und Blutdruckabfall. Ich hacke auf dieser Geschichte deshalb so herum, weil ich erst kürzlich den Zusammenang zwischen meinen Hustenanfällen und vorherigem Weingenuss hergestellt habe. Seitdem trinkt es sich viel entspannter.

Nachdem sich Mami in die Tiefen des Internets gestürzt hatte, um die Veganität unseres Sektes in Erfahrung zu bringen, war sie ausreichend angefixt, um sich Food’n’Fotos und Vegan sein, einen der diesjährigen Nominierten für die BoBs (!!), vorführen zu lassen. Unser nächstes gemeinsames Projekt: vegane Käsetorte. Brace yourselves!

Zuviele Rezepte angucken macht Magenknurren. Austernpilze, Salat, Nudeln? Nudeln mit Sojahack (ich liebe dieses Zeug!), Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten. Überbacken mit esoterischem Mondkäse. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, meine Mutter mit veganem Käse zu quälen (ja, ich habe Vorurteile), aber wer bin ich, mich gegen ihre Forderung zu wehren? Packung auf- und zwei Stückchen abgeschnitten. Bäx! Ich ging spuckgeschleuderte Zitronentofufetzen erwartend in Deckung. „Näh! Also das kannste auf gar keinen Fall in nen Salat schnipseln, so ohne was. Das ist ja widerlich.“ Leider hatte sie recht: Diese graue Labbermasse erinnerte nur sehr entfernt an Feta, mit viel gutem Willen. Geschmacklich irgendwo zwischen Soja und Zitrone konnte ich mir dieses Gebilde püriert eher als Ersatz für saure Sahne denn Käse vorstellen. Zum Überbacken denkbar ungeeignet, vertat sich in den Nudeln aber glücklicherweise. Ich hoffe, die andere Hälfte vertut sich im Kühlschrank auch irgendwie …

Ein wundervoller Prä-Muttertag. (Ja, ich hab meiner Mami auch was geschenkt. Was Gemaltes.) Wäre perfekt gewesen mit der dritten Frau im Bunde. Allerdings hätte mir Omi den Mondkäse wirklich um die Ohren gehauen.