Vegan Tryout: Tag 4

Tag 4 meiner persönlichen Menschverbesserung stand im Zeichen des Gemüsekistenrestverbrauches. Der Plan: Erst den Rucola irgendwie mit den Champignons vereinen, abends den Brokkoli zu Curry verarbeiten. Es fehlte einzig die Kokosmilch – also ab zum Shop auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Erstmal das Angebot checken: Viel Obst und Gemüse (sicher pestizidverseucht), vier (!!) Sorten Sojamilch (wir reden hier nicht von einem Supermarkt, eher sowas wie ein Späti, der nicht bis in die Nacht geöffnet hat), keine Biowürstchen für Lucy (nein, ich denke nicht daran, meinen Hund auch nur vegetarisch zu ernähren – von der Ungefährlichkeit einer solchen Aktion konnte mich bisher niemand überzeugen), kein veganer Käse (hätte ja sein können – ja, ich weiß, nicht wirklich), leider auch kein Sojaghurt. Aber Kokosmilch. Und sogar eine mit nur Kokosfleisch und Wasser, ohne Verdickungs- oder Konservierungsmittel. Außerdem: Leckerli für Lucy (Pedigree), eine Sojamilch von Rewe (keine Ahnung, wer die herstellt) und Bioapfelsaft naturtrüb. Sauber.

Zurück in der Wohnung und vorm Kühlschrank, aus dem mir der freudig erregte Brokkoli grau und leicht behaart zuwinkte. Verfluchter Mist. Ich hasse es, Lebensmittel wegzuwerfen, aber dieser Typ hatte seine besten Tage wirklich hinter sich. Auch der Rucola sah schon mal besser aus und die Champignons befanden sich in einem ähnlichen Zustand wie Vampire im Sonnenlicht. Das ist der Haken an abonnierten Gemüsekisten: Es ist oft wahnsinnig schwer, den Inhalt über die Woche zu retten, weil man dem Verderblichkeitslevel entsprechend eigentlich alles sofort verbrauchen müsste. Der Brokkoli flog also in den Müll und ich grübelte, welches Gemüse ich nun ins abendliche Curry werfen würde. Erbsen. Irgendwo im Tiefkühler waren doch noch Erbsen… Ich greife an dieser Stelle vor: Rote und gelbe Linsen in die ölig-heiße Pfanne, Kreuzkümmel und Koriander dazu, Wasser drauf und köcheln lassen. Die Erbsen rein, mit grüner Currypaste beschmieren, Kokosmilch drauf, abschmecken, fertig. Sah nicht schön aus, konnte man aber essen.

Den Rucola sortierte ich zurecht, die Champignons schnitt ich in Sechstel. Die Pilze anbraten, leicht pfeffern und salzen, mit dunklem Balsamico ablöschen. Den gewaschenen und halbwegs trockenen Rucola auf einem Teller drapieren, die Pilze und ordentlich Olivenöl drüber. Mit dem Originalrezept hatte das Ganze nichts mehr zu tun, ich mach das so ähnlich aber sicher nochmal: Der Pilzgeschmack harmonierte wunderbar mit dem fruchtig-säuerlichen des Balsamicos.

Das war’s vom Tag, mehr Action war nicht.