Vegan Tryout: Tag 1

Der Metalhead hatte mich mit einem Mandeldrink von Alpro versorgt – für sagenhafte 2,60 Euro aus dem lokalen Real. Schmeckt mir sehr gut, etwas zu süß vielleicht. Leider geht der Eigengeschmack der Mandeln im morgendlichen Kaffee völlig unter. Probier ich demnächst mal mit Müsli. Von der gleichen Firma gibt es auch einen Haselnussdrink, der mich allerdings nicht vom Hocker gehauen hat: zu nussig, zu süß, merkwürdiger Nachgeschmack.

Alpro ist übrigens die Bude, deren Sojaprodukte in jedem Supermarkt vom Regal winken. Solche Reichweite macht mich ja grundsätzlich misstrauisch – und siehe da: Alpro wurde als europäischer Marktführer von Sojaprodukten 2009 von Dean Foods gekauft, dem weltweit zweitgrößten Erzeuger von Molkereiprodukten. Sicher lässt sich darüber streiten, ob der Erfolg des aufgekauften tierfreundlicheren Unternehmens positive Auswirkungen auf die Firmenpolitik des Großunternehmens hat oder die Vermarktung humanerer Produkte günstig beeinflusst. Mir zumindest widerstrebt es, einen der einflussreichsten Lebensmittelkonzerne sogar durch den Kauf veganer Produkte zu unterstützen. (Diesen Gedanken sollte man vermutlich nicht weiterdenken, wenn man weder einen Garten noch ein urbanes Hausdach für die Selbstversorgung zur Hand hat.) Fazit: Ich werde mich nach Alternativen umsehen oder meine Mandelmilch selbst herzustellen versuchen.

Ach, und weil ich grad im Klugscheißermodus bin: Die im deutschen Handel erhältlichen pflanzlichen Milchgetränke heißen „Drinks“, weil der Begriff „Milch“ gemäß einer europäischen Verordnung nur für Melkerzeugnisse „der normalen Eutersekretion“ verwendet werden darf. Oder weil sich dem gestandenen Veganer sonst assoziativ der Magen umdreht.

Der verbliebene Tag wurde von boshafter Absicht und schlichter Dämlichkeit dominiert. Um sämtlichen Käse aus dem Kühlschrank zu tilgen, hatte ich am Vorabend eine Spinatlasagne generiert, deren Reste ich mir zum Mittag einverleibte. Absichtlich. Abends dann leckerer Bataviasalat mit Eiszapfen, Kresse und meinem allerliebsten Senfdressing aus Olivenöl, Weinessig und … Honigsenf. Ich schwöre, das war ein Unfall! Dazu frisches, glutenfreies Brot meiner persönlichen Meisterbäckerin getoppt von Gurkenquark (musste weg). Grandios verkackt.

Das Vegan Tryout wird hiermit offiziell um einen Tag verlängert.