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Geschenke einkaufen war gestern, heute wird verpackt. Umweltfreundlich. Und eigenhändig: Den in der weihnachtlichen Shopping-Nahkampfzone schuftenden Einpackengel übersehen Sie dieses Jahr einfach. Keine Glitzerfolie, kein Goldpapier, keine türkisfarbenen Schleifchen, kein buntes Kräuselband.

Greifen Sie sich stattdessen doch eine alte Zeitung, ein gelesenes Magazin oder einen Stapel Werbebeilagen und wickeln Sie Ihr Geschenk darin ein: das Rennauto für den Enkel in einer Anzeige vom Lieblingsspielzeughändler, das Nerd-Shirt für die Informatikerfreundin in Artikeln aus der vorletzten c’t und das Buch für die Schwiegermutter im Feuilleton der Lokalzeitung. Auch das olle braune Packpapier macht sich mit etwas Einfallsreichtum ganz hervorragend.

Schuhkartons oder Pakete, in denen der Online-Shop die einzupackenden Geschenke geschickt hat, lassen sich ebenso wie leere Konservendosen (ausgespült und ohne scharfen Rand) und Einweckgläser prima mit bekloppten Strichweihnachtsmännchen, infantilen Tannenbäumchen und Kram bemalen. Stoffreste können sowohl zum Einwickeln als auch zur Dekoration verwendet werden: Motiv ausschneiden, aufkleben, fertig. Und wenn Sie sowieso beim Verzieren sind: Binden Sie Tannenzapfen und -zweige mit Bast ums Geschenk oder bekleben Sie es mit Blättern (wenn Sie welche finden), schnallen Sie getrocknete Zimtstangen und Orangenscheiben darauf oder streichen Sie Teile der Verpackung mit Kleber ein und streuen Sie weihnachtliche Gewürze darüber. Ist nicht schwierig, zeugt aber von investierter Zeit und Mühe.

Meine Lieblingsverpackungen sind die, die selbst Geschenke darstellen: In den Picknickkorb laden Sie die Zutaten fürs Weihnachtsfrühstück, die neuen Stiefel werden in ein Putztuch gewickelt und von den passenden Schnürsenkeln fixiert, die Karten fürs nächste Konzert verstecken Sie im T-Shirt mit dem Band-Artwork und das Parfüm im seidenen Halstuch.

So, ich muss weg, Geschenke einpacken.