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Stellen Sie sich bitte den wahnsinnig blöden Gesichtsausdruck eines neunjährigen Kindes vor, dessen Weihnachtsgeschenk aus einem Reinigungsset in Puppengröße besteht: einem gelben Schippchen, einem Handfeger und einem geringfügig größeren Besen. Während ich noch damit beschäftigt war, Freude zu simulieren und mich um die geistige Gesundheit meiner Eltern zu sorgen, führten mich diese ins Wohnzimmer. Aus einer Ecke des nagelneuen, mit Spreu ausgelegten Terrariums brubbelte mich ein winziges Fellknäuel an: ein langhaariges Meerschwein namens Fritz, das ich fortan zu umsorgen hatte.

Fritz wurde drei Jahre alt, begleitete uns in jeden Urlaub, rannte Omi auf dem Wäscheplatz hinterher und kötelte gern auf meinen Teppich. Fritz war ein tolles Wesen, an dem ich nur selten das Interesse verlor. Die Kehrseite seines Lebens: Sein Terrarium war zu klein, er lebte nicht mit Artgenossen im Rudel, ich hatte zu wenig Zeit für ihn.

Sicher planen Sie nicht, zu Weihnachten ein Tier zu verschenken: Solche Entscheidungen müssen in Ruhe von allen Beteiligten überdacht werden, schließlich lässt sich ein Tier nicht wie die potthässliche Krawatte von der Schwiegermutter umtauschen. Sie wissen, dass selbst die besten Absichten irgendwann mit der Realität kollidieren: Die Kinder verlieren das Interesse am neuen Hausgenossen, die Katze zerkratzt das Sofa und der Hund jault bis sich die Nachbarn beschweren.

Sie könnten vorsichtig beginnen, mit einer Tierpatenschaft. Viele Tierschutzvereine bieten solche Patenschaften an, im örtlichen Tierheim können Sie das Patentier sogar besuchen. Wenn Sie sich ausreichend informiert, mit der Familie beraten und alle Eventualitäten abgesichert haben, möchten Sie vielleicht sogar einem Tier ein neues Zuhause bieten.