Fantasy Filmfest 2011: Magere Ausbeute (2)

Lesen Sie heute, wofür ich mir im Interesse der Filmwissenschaft weitere 668 Minuten den Hintern breitgesessen habe (Chips und Popcorn, you know): Fantasy Filmfest, Part 2.

Fantasy Filmfest Lieblingskino

Perfect Sense: Die Menschheit verliert ihre Sinne, einen nach dem anderen. Während einige Wissenschaftler nach der Ursache fahnden, arrangieren sich die Menschen wieder und wieder mit den Gegebenheiten. Ein wunderbarer, wunderbarer Film über Hoffnung, Beharrlichkeit und (natürlich) Liebe. Ein Film, der den Glauben an die menschliche Spezies für kurze Zeit wiederherstellt. Mit dem phänomenalen Mr. Ewan McGregor. Taschentuchalarm!

Deadheads: Zwei Zombies mit Hirn, begeben sich auf einen Roadtrip: Mike möchte der Frau, die er vor seinem Tod zu heiraten plante, endlich seine ewige Liebe gestehen. Für die nötige Action sorgt ein skurriles Verfolgergespann der Regierung, das die beiden zurück in ein Geheimlabor bringen soll. Humorig, vor Romantik triefend, überzeugende Darsteller – Abteilung Hollywood-Popcornkino trotz neuer, hübscher Grundidee. Ich hatte etwas mehr Biß erwartet, war dennoch ok.

Wasted On The Young: In der glamourösen, abgründigen Welt privilegierter Teenager wird ein Mädchen misshandelt. Ihr Verehrer sinnt erst über das Leben, dann auf Rache. Die eindimensionale Story bedient sich ausgelutschter Klischees, quält den Zuschauer mit Machtdemonstrationen, schludrigen Manipulationsversuchen und Verlierphilosophie, nur um gegen Ende so richtig abzuflachen. Auch der unsäglich enervierende Soundtrack, die zum Teil lächerlichen Kameraeinstellungen und der blöde Blaustich helfen nicht, einen Zugang zu diesem Machwerk zu finden. Furchtbar!

The Prey: Franck bewahrt seinen Zellengenossen Jean-Louis vor Schlägern, im Gegenzug soll dieser bei seiner Entlassung eine Nachricht an Francks Frau übermitteln. Blöde Idee, denn der biedere Kerl erweist sich als genau der pädophile Serienkiller, für den Justizia ihn zunächst hielt. Franck bricht aus, um Frau und Tochter zu retten. Solider französischer Thriller mit einem ausgesprochen charismatischen Hauptdarsteller. Gefiel mir.

The Veteran: Ein junger Ex-Soldat kämpft mit den Dämonen seines zurückliegenden Kriegseinsatzes, gerät mit dem örtlichen Drogendealer aneinander und ist einer ominösen Regierungsorganisation bei der Observation einiger Terrorzellen behilflich. Der Film startet realistisch, leistet sich bei der Auflösung des gestrickten Plots allerdings diverse logische Lapsus und endet sehr unbefriedigend. So recht weiß der Streifen nicht, was er sein will: sozialkritisches Drama, konspirativer Thriller oder absurde Rambo-Kopie. Schade.

Hideaways: Junger Mann trifft junge Frau, sie verlieben sich. Standard-Geschichte. Würde James in Momenten der Angst nicht Tod und Verderben über ihn Umgebendes bringen und hätte Mae-West nicht Darmkrebs im Endstadium. Fantastisches Märchen in brillanten Bildern über die Fähigkeiten der Liebe. Schön! (Jaja, Mädchenfilm.)

Attack The Block: Eine Gang Londoner Ghetto-Kids muss sich nach dem fiesen Mord an einem knuffigen, kleinen Alien gegen dessen große, watteweiche Kumpels mit glühend blauen Zähnen zur Wehr setzen. Gags am laufenden Band, jede Menge Action-Spektakel, feinster britischer Motherfucker-Slang und charmante Charaktere: Ein gelungener Abschluss des Festivals, der letzte Kick fehlte jedoch leider auch ihm.