Viel zu kurze Filmfest-Nächte

Die diesjährigen Fantasy Filmfest Nights sind vorbei, von vier angepeilten Filmen habe ich lächerliche zwei gesehen. Und wer ist schuld? Die fiese, fiese Welt da draußen. Die blöde Erkältung kam wie immer unangemeldet, warf mich allzu überschwänglich beinahe um, blieb bis zur Badrenovierung, lachte sich eins mit der am Rigips festgekrallten Tapete und hatte für meine lang gehegten wochenendlichen Kinopläne nur ein trockenes Krächzen übrig. Meh.

Burke & Hare: Wir hatten leicht verspätet soeben die letzten freien Sitzplätze verpasst und auf den Treppen Platz genommen als John Landis höchstpersönlich an uns vorbeihuschte, um seinen neuesten Film anzukündigen. Funny guy. Was auch erklärt, wie die Geschichte zweier profitgetriebener Serienmörder zur „romantic comedy“ geraten konnte.

1828, Edinburgh, Schottland. Der Zufall verhilft den beiden minder erfolgreichen Gaunern William Hare und William Burke zu einer lukrativen Geschäftsidee: der Leichenbeschaffung für das anatomische Institut des Edinburgh Medical College. Unglücklicherweise scheidet nur die erste Lieferung der Ganoven freiwillig dahin und auch der örtliche Friedhof erweist sich als ungeeignete Bezugsquelle. So sehen sich die Billies denn gezwungen, fortan selbst für frisches Lehrmaterial zu sorgen.

Ein unterhaltsamer Klamauk mit einigen Längen, der leider weit weniger schwarzhumorig ausfällt als gedacht. Die grandiose Besetzung (allen voran Andy Serkis aka Gollum) ulkt sich in bestem schottischen Akzent von einer zahmen Pointe zur nächsten, wirkliche Lacher gibt es selten. Bemerkenswert ist die Mitwirkung des wahrhaft echten Burke am Originalschauplatz.

Troll Hunter: Drei norwegische Studenten begeben sich für ihren Dokumentarfilm auf die Spur des vermeintlichen Bärenwilderers Hans, der ihnen nach anfänglichem Widerwillen einen umfassenden Einblick in seine tägliche Arbeit gewährt. Hans ist Teil einer geheimen Regierungsbehörde, die Norwegens Trollpopulation in Schach hält und vor dem Auge der Öffentlichkeit verbirgt. Seiner einsamen, erbarmungslosen Arbeit überdrüssig, sähe er die Trolle lieber glücklich durch Feld und Wald rennen anstatt ganze Populationen aufgrund geplanter Baumaßnahmen auslöschen zu müssen.

Diese Mockumentary lebt von satirischen Seitenhieben und detailgenauen Schilderungen einer magischen Parallelwelt, an die man beinahe glauben könnte. Der investigative Journalismus im Stile eines Michael Moore wird dabei ebenso durch den Kakao gezogen wie die Schattenseiten des Christentums betont. Leider retten die zahlreichen skurrilen Einfälle den Film nicht völlig über teilweise sehr zähe Etappen, auch hätte den studentischen Figuren etwas mehr charakterliche Tiefe gut gestanden. Dennoch sehenswert.