Let’s Boogie!

Was für ein Abend! Der erste Gewinn bei TwoTickets war ein Volltreffer: „K.C. Miller Trio“ im Yorkschlösschen.

Ohne Tickets hätte ich den Laden mit einiger Sicherheit nie betreten: Eckkneipencharme von außen, chaotische olle Einrichtung innen, die sich im Laufe des Abends als durchaus liebenswert erwies. Der betörende Geruch nach Klo weniger, den blendete das Hirn dankenswerterweise irgendwann aus. Egal, wir waren schließlich wegen der Musik dort. Nicht, dass ich Ahnung von Jazz hätte. Einige frühe Größen der Szene könnte ich nennen und zuweilen würde ich wohl auch die gespielte Stilrichtung korrekt erraten, aber mit musiktheoretischem Detailwissen glänze ich eher selten.

K.C. Miller Trio im Yorkschlösschen

Die drei Herren legten rasant los im gut gefüllten Yorkschlösschen, instant feel-good Boogie. Großartig! Mich hat’s vor Schwung beinahe vom Barhocker gehauen. Die Blues-Nummern fetzten nicht weniger, einige wurden spontan vom Eben-noch-Zuhörer Dirk „Blues“ Rolle mit Mundharmonika begleitet. Klang, als hätte er das schon mal gemacht. Bombenstimmung, begeisterte Musiker, frenetischer Applaus und Pfeifen vom bunt gemischten Publikum.

Mr. Miller wurde als Crack unter den Boogie Woogie Pianisten angepriesen, mir hat er schwer imponiert. Schon grandios wie der Mann über die Tasten flog, am Anschlag der Tonleiter rackerte und mit überaus angenehmer Stimme den „Same Old Blues“ zum Besten gab. Seine beiden Kollegen, Andreas Bock am Schlagzeug und Volker Halbbauer am Saxophon, zeigten sich ähnlich sympathisch und spielwütig.

Essen kann man im Yorkschlösschen übrigens auch, obwohl die Auswahl an glutenfreien vegetarischen Gerichten gen Null geht. Die Ofenkartoffel mit Salat hat gemundet, des Metalheads Flammkuchen offenbar ebenso und der Grauburgunder war eh lecker. Serviert von kompetenten, herzlichen Menschen. Nur die Toiletten habe ich nicht aufgesucht.