Computerspielemuseum

Seit Januar residiert das Computerspielemuseum in der Nachbarschaft, nun haben wir es inspiziert. Grandios, die Klassiker meiner Jugend auf einem Haufen. Und etliche weitere obendrauf.

Wir treffen Max Headroom, lassen uns vom Interface des ersten grafischen Computerspiels, OXO, verwirren und dürfen das überraschend spartanische Innenleben eines Pong-Automaten betrachten.

OXO im Computerspielemuseum

In der Reihe antiker elektronischer Heimgeräte tummeln sich natürlich auch diverse Clone dieses Originals. Das hübsche braune Exemplar, das ich damals zu Hause in Benutzung hatte, findet sich allerdings nicht. Stellvertretend begrüßt mich ein Amiga 500, ein Kumpel des ersten Rechners, mit dem ich einen großen Teil meiner Jugend verbrachte. (Zu meinem späteren leisen Bedauern nicht programmierender sondern zockender Weise.) Aber ohne derart klobiges Zeigegerät.

Amiga 500 im Computerspielemuseum

Die „Meilensteine“ der Computerspieleindustrie kleben nicht nur zur Betrachtung an einer Wand sondern können live (und in Farbe) zum Leben erweckt werden. Wäre nicht Sonntag und das einzige Terminal dauerbesetzt. Stattdessen laufe ich mit einer quadratköpfischen und auch sonst sehr geometrischen Figur durch die virtuelle Welt und betrachte mich dabei aus den Augen einer zweiten Person. Mann, ist das verwirrend. Derweil prescht der Metalhead mit alberner 3D-Brille aufm Kopf eine computersimulierte Rennbahn entlang. Mein Versuch endet an der Mauer.

Die Melodie von Turrican II versöhnt mich wieder. Wieviele Stunden habe ich auf dem Fußboden meines Kinderzimmers gehockt, die Handinnenseiten schon bläulich vom Kampf gegen Mutanten mit dem Competition Pro… seufz. Noch eine Runde Zork und ein Schwatz mit ELIZA (allmählich schwant mir, warum wir auch nach zweieinhalb Stunden nicht alles gesehen hatten) bis ich den Poly-Play-Automaten aus DDR-Produktion entdecke.

Poly-Play im Computerspielemuseum

In der DDR hatte ich keine Möglichkeit, damit zu spielen, umso begeisterter probiere ich jetzt die aus dem Westen geklauten und auf DDR-Ideologie angepassten Spiele: „Hase und Wolf“ im Pac-Man-Stil und ein Space-Invaders-Clone namens „Schießbude“. Zum Brüllen! Leider ist die Bewegung nach rechts mit dem Joystick nicht möglich (wird demnächst repariert).

Uff. Genug für heute. Das schreit nach Wiederholung.