V wie fleischlos

Vegetarier. Icke. Es war unausweichlich.

Ich sah in einem Fernsehbericht über Tiertransporte wie eine Kuh an ihrem gebrochenen Bein von einem Lastkran auf ein Schiff gehievt wurde. Sie gab jämmerliche Laute von sich, die mich zutiefst traurig und wütend machten. Nicht nur mich. Die Resonanz auf die Sendung war gewaltig, die Zuschauer protestierten und forderten Änderungen während sich mein Engagement auf zwei Wochen Vegetarismus und ein schlechtes Gewissen beschränkte. Ich schob die furchtbaren Bilder und Informationen beiseite.

Heute, 20 Jahre später, stolpere ich allerorts über die grausigen Perversionen der Massentierhaltung. Bücher von Jonathan Safran Foer und Karen Duve stehen in den Bestsellerlisten ganz oben, Dokumentationen wie Food, Inc. und Unser täglich Brot ersparen kein unangenehmes Detail, BSI, Dioxin und Konsorten geistern in unerfreulicher Regelmäßigkeit durch die Medien.

Das Thema beschäftigt mich, permanent. Jedes Jahr werden 60 Milliarden Tiere in kürzester Zeit gemästet, unter unwürdigen Bedingungen gehalten, gequält und selten schmerzlos geschlachtet. Sollte ich darüber reden? In welcher Dosierung? Und vor allem: wie?