Das große Fressen

Seit über einer Woche schraube ich an diesem dämlichen Artikel, immer mal wieder. Inzwischen ärgert es mich wirklich wie er unfertig piekend im Hinterkopf rumlungert und mich daran hindert, etwas Nützliches zu verfassen. Was sollte ich schon Bedeutendes über die riesige Fressmeile schreiben?

Polnische Karottenmarmelade haben wir erworben, sehr zu unserer Freude. Eine nette Vertreterin für Sahne-Karamell-Creme (Kajmak) überließ uns den kompletten auf der Grünen Woche befindlichen Vorrat, lächerliche sechs Gläser. Kleine Gläser. So klein, dass es inzwischen nur noch fünf sind. Nachgerade verdunstet, seit vorletztem Sonntag. Leider kann man diese Goldstücke weder in Deutschland erwerben noch übers Internet bestellen.

Polnische Karottenmarmelade

Das „hochkarätige Rahmenprogramm“ muss an uns vorbeigeflitzt sein, oder wir am Rahmenprogramm. Wenigstens haben wir uns mit einigen Ausstellern unterhalten. Rumänischer Pollenhonig soll ja ungeahnte Auswirkungen auf die männliche Potenz haben, schmeckte eigentümlich streng und krümelte auf der Zunge. Ich hoffe, der gute Mann hat unsere Reaktion nicht übel genommen, das Zeug ist schwer gewöhnungsbedürftig. Wir entdeckten norwegisches Hardanger Chutney und lernten, dass der schwedische Kalvdans (eine Art Pudding) aus Biestmilch zubereitet wird, den Kälbern aber dennoch genug Getränk bleibt. Ein Stück delikater Käse fand auch noch den Weg in meine Tasche. Von den italienischen Marktschreiern haben wir Salami gekauft. War doof, weiß nicht, ob sie von glücklichen Schweinen stammt. Da wirkt das österreichische Kürbiskernpesto deutlich beruhigender aufs Gewissen, oder die britischen Walkers-Chips. Den Durchschnitt der Pro-Kopf-Ausgaben von 110 € haben wir versaut deutlich nach unten gedrückt, bin nicht traurig darüber.

Europäische Sumpfschildkröten

Die europäischen Sumpfschildkröten haben schon gepennt als wir ihnen auf dem Rausweg noch eben winken wollten. Kein Wunder nach einem langen Messetag, uns taten auch die Füße weh.