Die Ritter der muffigen Kokosnuss: Schlacht 1

Habe in einem meiner Anfälle von Ordnungswahn die Vorratskammer ausgemistet und entsetzt festgestellt, dass diverse Nahrungsmittel Ende 2010 ihr Leben ausgehaucht haben. Da das Mindesthaltbarkeitsdatum (im Gegensatz zum Verbrauchsdatum) in den seltensten Fällen den Zeitpunkt des sofortigen Verfalls kennzeichnet, ordnete ich den schrittweisen Verzehr an. Die erste Woche ist vorbei, die Mägen noch intakt. Und das gab’s.

Montag: Thailändisches Curry mit angebratenem Tofu statt Huhn. Warum dieses Gericht zum Verbrauch oller Lebensmittel hätte taugen sollen, ist mir mittlerweile schleierhaft. Vermutlich war ich der Ansicht, abgelaufene Glasnudeln könnten ausschließlich mit Asiagemüse verbraucht werden. Blöd nur, dass hier keine Glasnudeln benötigt werden. Abgesehen davon sehr schmackhaft und mit Tofu für mich etwas völlig Neues.

Dienstag: Kambodschanische Hackbällchen, mangels Kardamom mit Kreuzkümmel gewürzt. Weil beim Frittieren die Küche über die Maßen eingesaut wird und anschließend die Bude tagelang stinkt, habe ich die Bälle gebraten, nicht frittiert. Dazu gab es Pflaumensauce aus der Glasflasche, die der Metalhead mal beim Discounter erstanden hat, und glutenfreien Couscous aus Reis. Zwei Eier verbraucht, eine Sauce weg, two to go.

Mittwoch: Ordinärer Tomatensalat mit Zwiebeln und Thunfisch aus der Dose, der doppelt das Zeitliche gesegnet hatte. Als Beilage frisches Weißbrot mit getrockneten Tomaten. An dieser Stelle ein Lob auf die glutenfreie Weißbrot-Backmischung von Aurora, die gelingt sogar Brotbacklegasthenikern.

Donnerstag: Nicht selbst gekocht.

Freitag: Asia-Suppe mit Glasnudeln zum Auftakt der Vernichtung einer unheimlichen Menge an Glasnudeln. Das vom Tofu-Curry übriggebliebene Gemüse musste außerdem auch weg. Gibt’s ab sofort öfter.

Samstag: Die Leute vom Bauckhof haben mir letztes Jahr ein ausgesprochen großzügiges Probierpaket ihrer Produkte geschickt, als Willkommen für die Neu-Zöliakiste. (Seitdem bin ich Brownie-Fan und kaufe die Fertigmischung, wenn ich keine Lust auf die komplette Selbstherstellarie habe.) Aus diesem, immer noch nicht erschöpften, Paket stammte die Falafel-Mischung fürs Abendessen. Mit einer halben gewürfelten Zwiebel verfeinert, etwas Koriander gewürzt und in Sesam gewälzt, dann gebraten. Die Sesam-Joghurt-Sauce passte hervorragend, zudem noch etwas Grünes in Form von Kopfsalat. Toll.

Sonntag: Die zweite Bauckhof-Mischung musste dran glauben: Mini-Pizzen. Belegt mit Pizzatomaten mangels Tomatenmark, türkischer Knoblauchwurst, Paprikasalami, roten Zwiebeln, Cherrytomaten, Mozarella, frischem Basilikum und geriebenem Käse. Außerdem Salz, Pfeffer und Kräuter der Provence. Die Zusammenstellung war gut, aber den Teig mach ich lieber wieder selbst. (Habe Bilder geschossen, sehen doof aus.)