27C3: Tag 3

11:27 Uhr: Warte auf die U-Bahn. Der CCC-Jahresrückblick beginnt in drei Minuten. Das wird verdammt knapp.

11:39 Uhr: Habe einen Fußbodensitzplatz ergattert. Saal 1 ist voll, aber nicht überlaufen. Im ersten Semester an der Uni war es schlimmer.

13:07 Uhr: Der CCC hat sich offenbar auch 2010 nicht gelangweilt. Die großen Themen: Petition gegen ELENA, Vorratsdatenspeicherung, Enquête-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“, Veranstaltungen und Camps, Prügelpolizei, Post-Privacy-Debatte, elektronischer Personalausweis, Tod von Andreas Pfitzmann, CCC-Jabber, WikiLeaks. Jetzt Pause bis 14 Uhr, dann endlich der mehrfach verschobene Vortrag Cognitive Psychology for Hackers.

14:06 Uhr: Keine Chance auf einen Platz in Saal 3. Suche ein gemütliches Plätzchen, um den Stream zu sehen. Basement ist auch voll, lande in der Caféteria. Den Stream vom iPhone zu verstehen, erfordert wegen der Umgebungslautstärke höchste Konzentration.

14:15 Uhr: Der Metalhead teilt freundlicherweise seine Kopfhörer mit mir, so geht’s.

14:18 Uhr: Der Stream bricht ab, zu Hause war das alles deutlich entspannter. (Böse Zungen werden behaupten, sie hätten mich gewarnt.)

14:44 Uhr: Ich gebe auf, Streaming ist hier nicht möglich. Warte auf die Öffnung des Merchstandes.

15:05 Uhr: Der Merchstand wird heftig belagert, kämpfe mich langsam nach vorn.

15:42 Uhr: Mache mit meiner Beute einen Zwischenstopp zu Hause. Will Recordings des verpassten Psychologie-Geredes ansehen, bisher erfolglos. Die Schnippsel, die der Stream vorhin ausspuckte, waren allerdings nicht sonderlich vielversprechend.

15:56 Uhr: Schalte aufs Live-Streaming in Saal 1 zu Console Hacking 2010.

16:46 Uhr: Habe zirka 5% des Vortrags verstanden, inklusive Sonys Epic Fail. Da mich die gestrige GSM-Sniffing-Präsentation schwer fasziniert hat, schaue ich in Kürze Android geolocation using GSM network. Jetzt Frühstück.

17:22 Uhr: Habe das Streaming eindeutig zu früh gelobt, inzwischen läuft es fast so unzuverlässig wie letztes Jahr. Aber: Der Vitaminblog rettet mich. Schon wieder.

17:31 Uhr: Switche zu Saal 1. IMMI, from concept to reality ist sicher weniger trocken.

18:17 Uhr: Einer dieser Vorträge, dessen Titel nicht alle Glocken schrillen lässt – fast hätte ich Daniel Domscheit-Berg verpasst, einen ehemaligen WikiLeaks-Sprecher. Sein Vortrag ist, Müdigkeit und Zeitmangel geschuldet, wirr und allgemein. Dennoch weiterbildend – von IMMI, der isländischen Initiative zum Schutz des investigativen Journalismus, hatte ich zuvor nichts gehört. Die Fragen des Publikums beziehen sich notorisch auf WikiLeaks und das jüngst von ihm angekündigte OpenLeaks. Leider kaum neue Informationen.

18:23 Uhr: Während eines Vortrags sollte man nur mit Toiletten-Pass auf den Lokus gehen und Nick Farr hat sein Jackett inklusive Handy wiedergefunden. Pausenberieselung auf dem 27C3.

19:14 Uhr: Your Infrastructure Will Kill You macht deutlich wie verwoben Prozesse und Strukturen bereits heute sind, wie zukünftige Infrastrukturen aussehen werden und welche immensen Auswirkungen ein Systemausfall hätte. Erschreckend.

20:39 Uhr Ok, langsam nervt’s. Saal 1, in dem in über einer Stunde der Fnord-Jahresrückblick stattfinden wird, ist bereits jetzt voll, die Türen sind geschlossen.

21:20 Uhr In der Warteschlange für Fnord. Nick Farrs Vorschlag zu deren Reorganisation wurde vom CCC-Team vehement zurückgewiesen. Mr. Farr hat jetzt bei mir einen Stein im Brett. Wenigstens ist es warm. Sehr warm.

21:42 Uhr Fußbodensitzplatz, nicht im Fluchtweg. Mein Hintern wird genau hier kleben bleiben bis Hacker Jeopardy vorbei ist. Sie haben es tatsächlich geschafft, alle im Saal zu verteilen, die rein wollten.

22:36 Uhr: Ungemein amüsant, Stimmung wie im heimischen Wohnzimmer, nur größer.

23:36 Uhr: Hacker Jeopardy läuft. Ist das wirklich die erste Frau, die an diesem Quiz teilnimmt? Und nein, ich melde mich nicht freiwillig.

01:01 Uhr: die krümelente has left the building. Langer Tag, keine Lust mehr.