Kastanienbrot mit Sonnenblumenkernen

Über Brot habe ich früher ja nicht groß nachgedacht. Abgepacktes, geschnittenes Kaufhallenbrot hätte ich nur gegessen, hätte jemand mit einem Rohrstock hinter mir gestanden. Duftig frisches Bäckerbrot dagegen, außen knusprig, innen fluffig und noch leicht warm – yeah! Das war allerdings auch schon das Ende meiner Überlegungen.

Geht heute nicht mehr. Weder das Kaufhallen- noch das Bäckerbrot. Also wird selbst gebacken.

Kastanienbrot mit Sonnenblumenkernen

(ergibt etwa ein 650-g-Brot aus einer 1,5-l-Backform)

Kastanienbrot mit Sonnenblumenkernen

100 g Reismehl,
200 g Kastanienmehl,
75 g Kartoffelmehl,
50 g Tapiocamehl,
1 TL Guarkernmehl und
1/2 TL gemahlene Flohsamenschalen

gründlich mischen.

10 g Trockenhefe,
2 TL Salz und
2 TL Zucker

zur Mehlmischung geben und erneut gut durchmischen.

1 EL Rapsöl (weil geschmacksneutral),
1 Ei (L) und
etwa 250 ml Wasser

beifügen und kneten bis ein glatter Teig entstanden ist; fünf Minuten sollte man der Kneterei mindestens widmen. Abschließend

1 Handvoll Sonnenblumenkerne

zum Teig geben und kurz durchkneten. Einen Moment ruhen lassen und in der Zwischenzeit die Backform einfetten.

Den Teig zum Verlassen seiner Schüssel zwingen und in die Backform geben. (Wechselt er freiwillig das Gefäß, ist er vermutlich zu trocken.) Abdecken und in warmer Umgebung gehen lassen bis sich sein Volumen ungefähr verdoppelt hat.

Einige Minuten vorm Ende der Gehzeit aus dem Ofen nehmen und letzteren auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Das zukünftige Brot mit einem asiatischen Essstäbchen, einer Stricknadel oder etwas Äquivalentem mehrfach durchstechen. Das verhindert Luftkammern im Brot. (Damit kenn ich mich aus.)

Die Backform auf die mittlere Schiene des Ofens schieben, Tür zu und etwa 40 Minuten bei 250 °C backen.

Das Brot aus dem Ofen nehmen und auf ein Grillgitter oder Kuchenblech befördern, damit es rundherum auskühlen kann. Draufklopfen; klingt es hohl, ist es durch. Ansonsten nochmal zurück ins Warme.

Erst anschneiden, wenn es ausgekühlt ist. Sonst wirds klitschig. (Das ist der schwierige Teil. Es empfiehlt sich, eine Runde mit dem Hund spazieren zu gehen. Geht auch ohne Hund.)

Hab den Metalhead gefragt, wie er den Geschmack beschreiben würde. Antwort: „Das ist einfach: lecker.“ Meine Variante klingt albern: voll, mild. Eignet sich hervorragend als Unterlage für typischen Bruschetta-Belag.